Warum fühle ich mich immer noch so seltsam?

Was hält Entfremdungs- oder Unwirklichkeitsgefühle aufrecht?

Wenn Depersonalisation und Derealisation bestehen bleiben

Bei vielen Menschen, verschwinden Entfremdungserleben und Unwirklichkeitsgefühle nach kurzer Zeit von selbst wieder. Das ist aber leider nicht bei allen Betroffenen der Fall.

Es gibt eine ganze Reihe nach Faktoren, die dazu beitragen können, dass solche Gefühle entweder über längere Zeit bestehen bleiben oder immer wieder in störender Art und Weise auftreten.

Dazu gehören:

„Ich weiß nicht, warum ich das habe!“

Viele Betroffene erleben Unwirklichkeitsgefühle oder Entfremdungserleben als nicht zu ihnen gehörig. Sie haben keine Ahnung, warum ausgerechnet sie so etwas Unangenehmes erleben.

Die Betroffenen lehnen die Symptomatik ab und sehen auch nicht ein, warum sie aktiv etwas gegen diese unternehmen sollen. Passivität gegenüber Unwirklichkeitsgefühlen oder Entfremdungserleben sind sehr häufig. Viele Betroffenen verstehen nicht, dass sie sich selbst mit einer solchen Haltung allerdings keinen Gefallen tun und nicht dazu beitragen, dass die unangenehmen Gefühle wieder verschwinden.

„Vielleicht stimmt etwas mit meinem Gehirn nicht!“

Viele Menschen, die immer wieder Entfremdungs- oder Unwirklichkeitsgefühle erleben, sind der Überzeugung, an einer schlimmen Erkrankung zu leiden. Sie bewerten die Symptomatik durchwegs negativ.

In Wirklichkeit aber sind Entfremdungserlebnisse sehr häufig und Ausdruck einer Schutzfunktion des Körpers.

„Ich kann an nichts anderes denken“

Viele Menschen mit Entfremdungs- oder Unwirklichkeitserleben beschäftigen sich den ganzen Tag mit ihrer Symptomatik. Ständig beobachten sie sich selbst, prüfen beispielsweise ab, wie viel Prozent sie gerade anwesend sind oder schauen andauernd in den Spiegel, um sich zu versichern, dass sie noch existieren.

Hierdurch erhält die störende Symptomatik sehr viel Raum. Im Extremfall haben die Betroffenen gar kein anderes gedankliches Thema mehr. Für andere Lebensbereiche bleibt keine Zeit mehr. Das raubt auch Lebensfreude.

„Ich bin durch die Symptomatik total eingeschränkt!“

Die meisten Menschen, die dauerhaft oder immer wieder unter Entfremdungserleben oder Unwirklichkeitsgefühlen leiden, stellen fest, dass diese sich in bestimmten Situationen verschlimmern. Oft sind die soziale Interaktionen mit anderen Menschen oder Stress am Arbeitsplatz oder im Privatleben. Bei vielen Betroffenen kommt es daher zu einem ausgeprägten Vermeidungsverhalten. Sie versuchen, all diesen Situationen auszuweichen, um die Symptomatik so klein wie möglich zu halten. Auf Dauer führt das allerdings zu einem immer kleineren Lebensradius, weil die Leute kaum noch wohin gehen können.

Manche geben sogar ihre Arbeit auf, in der Hoffnung, dass die störende Symptomatik dann verschwindet. Das Gegenteil ist allerdings der Fall: Wer gar nichts anderes mehr zu tun hat, hat umso mehr Zeit, sich den ganzen Tag mit der Symptomatik zu beschäftigen.

„Erst müssen diese Symptome weg, dann kann ich etwas an meinem Leben ändern!“

Viele Menschen mit Unwirklichkeitserleben oder Entfremdungsgefühlen leben in äußerst ungünstigen Lebensverhältnissen. Dazu gehören Konflikte in Partnerschaften, beengende Wohnsituationen, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse.

Viele Betroffene haben allerdings das Gefühl, es lohne sich nicht, an diesen schlechten Lebenssituationen etwas zu verändern. Warum sollen sie etwas verändern, wenn die Symptomatik ja doch aufrecht bleibt.

Die Betroffenen ordnen also alles in ihrem Leben der Symptomatik unter. Sie wollen sich selbst erst dann wieder ein besseres Leben erlauben, wenn die Symptomatik verschwunden ist.

Tatsächlich aber ist die Symptomatik ja als ein Schutzsymptom vor negativen Aspekten oder Lebenssituationen zu verstehen. Ein Verschwinden der Symptomatik kann daher also erst erwartet werden, wenn auch schlechte Lebenssituationen verändert wurden.

 

Warten Sie nicht zu lange!
Unternehmen Sie etwas dagegen, wenn Unwirklichkeitsgefühle oder Entfremdungserleben bei Ihnen dauerhaft bestehen oder immer wieder auftreten.

 

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